LALA

Hündin LALA, kastriert, geb. ca. Ende 2012, ca. 40 cm Schulterhöhe, angestrebtes Gewicht ca. 13-15 kg, ausreisebereit voraussichtlich ab Ende August

 

Wie Lala zu mir kam:

Eines Tages bekam ich einen Anruf von Touristen aus Südkreta, Agia Galini. Sie hatten eine kleine, sehr dünne Hündin gefunden die ihnen nachlief. Dies wäre für mich kein Grund gewesen sie bei mir aufzunehmen, meine Kapazitäten sind begrenzt und ich kann nicht alle Tiere retten, dazu bin ich in Heraklion schon mehr als nur ausgelastet und nehme nur äußerst ungern aus komplett anderen Ecken der Insel Tiere zu mir.

 

Als die Beiden mir schilderten, dass die Hündin schon kastriert ist, wurde ich stutzig und bat, sie zum nächsten Tierarzt nach Mires zu bringen um auslesen zu lassen, ob sie eventuell auch gechippt ist. Dies war tatsächlich der Fall, aber nirgends registriert. Doch es kam schlimmer: Die Tierärztin machte einen Leishmaniose Test und Lala war positiv.

 

Erneut riefen die Touristen mich an, diesmal komplett verzweifelt: Die Tierärztin wollte sie einschläfern!!!  Hier nun bat ich, dass die Zwei mir die Hündin nach Heraklion bringen sollten, knapp zwei Stunden später waren sie da. Lala, so nannten die zwei Touristen das dürre Mädchen, sah um Ecken schlimmer aus als ich erwartet hatte!! Das Fell legte sie geradezu ab als würde sie einen Pelzmantel ausziehen, von bloßem haaren konnte keine Rede mehr sein. Sie war ein echtes Skelett mit verklebten Augen und Nase. Zunächst war ich zuversichtlich und tröstete die beiden jungen Menschen, dass ich ihren Schützling sicher wieder auf die Beine kriege. Drei Tage später aber sah die Welt anders aus. Nach dem sofort eingesetzten Allopurinol verweigerte Lala sämtliches Futter, nichts mehr konnte sie aus der Reserve locken. Sofort verringerte ich die Dosis, doch es half nichts mehr. Nach drei Tagen fuhr ich mit einem Kloß im Hals mit Lala zum Tierarzt, ich hatte große Angst vor einem Nierenversagen, denn unter diesen Umständen hätte ich sie einschläfern müssen.

 

Der Bluttest aber zeigte, dass sich die Nieren im grünen Bereich befanden, der Hämatokrit im Keller war (das sah man eh schon mit bloßem Auge weil sie blaß wie
eine Leiche war), dazu ließ ich auch gleich Ehrlichiose testen und Staupe, denn durch die verklebten Augen und Nase kam ich auf die dumme Idee, dass diese vielleicht noch dazu gekommen sein könnte. Beides konnte ausgeschlossen werden. Somit bestellte ich das leider sündteure Milteforan, welches mir der Tierarzt dringend anriet, in ihrem Zustand
einzusetzen. Nicht sehr witzig mit einem Hund, der nichts frisst weil es die Magenschleimhaut zerstört.

 

Somit füllte ich mein Gefrierfach mit Hühnerbrustfilet (wer das gesehen hätte würde mir nie glauben daß ich Vegetarier bin) und es begann eine elende Tortur für mich und Hund der Zwangsfütterung. Gute zehn Tage wehrte sich Lala mit Händen und Füssen gegen ihre Hühnerbrust, Babybrei und Joghurt. Milchprodukte besitzen so gut wie keine Purine, somit sind Joghurt, Hüttenkäse usw. eine optimale Ernährung für einen Leishmaniose positiven Hund und zusätzlich leicht verdaulich. Inzwischen hatte ich eine Futterspende vom Tierärztepool bekommen, darunter Würste für Hunde mit Pferdefleisch :-(:'(. Wer mich kennt kann sich denken, wie mir zumute war solch Wurst in die Hand zu nehmen.

 

Dies erklärte ich auch Lala: "Das ist mein größter Liebesbeweis, wegen dir werde ich nun auch noch ein totes Pferd anfassen, tu mir nun den Gefallen und lass dies nicht umsonst sein!" Den tat sie mir! Das erste Mal fraß sie, ich konnte meinen Augen kaum glauben. Weder den Findertouristen noch sonst wem traute ich mich, dies zwei Tage mitzuteilen, aus Angst dass es bald wieder vorüber sein könnte.


Lala blieb auch wählerisch, nach Absprache mit dem Tierarzt bekommt sie ihr Milteforan sogar in Katzenfutter eingerührt weil dies gerade ihre neue Mode ist. Egal aber, Hauptsache sie frisst! Inzwischen wiegt sie fast 11kg. Die Touristen hatten sie mir mit 10kg gebracht, dann nahm sie bei mir nochmal ab und wog beim Tierarzt nur noch 8,5 kg. Ich glaube, dass sie gar nicht auf die erwünschten 15kg kommen sollte, evtl. reichen
schon 13, mal sehen! Der Haarausfall hat aufgehört, 
jetzt muss erstmal noch neues Fell wachsen.

 

Sie ist lebhaft und verspielt geworden. Deshalb kam ich heute, nachdem die kleine Popcorn, Aladins ungleiche Freundin, größenmässig, abreiste, auf die Idee es zu versuchen sie mit ihm zusammen zu setzen. Ich machte ein Video von den Beiden welches die Tage auf Facebook kommen soll. Bis zum 25.07. wird Lala noch Milteforan bekommen, doch jetzt schon hat sie angefangen auch Trockenfutter zu essen. Natürlich das gute Purina Pro Plan dank unseren lieben Johannes Schwalb!!! Bis Ende des Monats werde ich mich demnach wohl trauen Lala sogar anzuimpfen und wenn sie weiter derart rasant aufbaut könnte sie von mir aus Ende August auch in ihre Familie ziehen, denn ein eigenes Umfeld mit einer sie liebenden Familie würde ihr zusätzlich gut tun.


Nicht dass ich Lala nicht liebe! Ich bin wahnsinnig stolz auf sie und empfinde, daß ich sie zum 2. Mal zur Welt gebracht habe. Doch ein eigenes zu Hause ist immer etwas anderes als hier bei mir unter Vielen, nicht mit im Haus usw. Lala läuft übrigens prima an der Leine und ist stubenrein. Und süß. Und lieb. Und......:-) Nach der Milteforan- Behandlung braucht sie nunmehr lebenslang ihr Allopurinol, welches billig ist. Wir haben gesteigert wieder auf eine Tablette am Tag und ich würde ein Päckchen für einen Monat (4 Euro) mitgeben. Meine kleine Kämpferin hat sich noch dieses Jahr ein zu Hause verdient!


Lala lebt auf einer Pflegestelle in 37197 Hattorf

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Neues vom 19.09.2017

 

Juli 2017

 

 

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